Wie ich zum Bloggen komme

Warum schreibe ich diesen Blog? Zu welchem Zweck?

Die Vorgeschichte beginnt mit diesem Post bei Realitätsfilter. Ursprünglich hatte ich überlegt, ob ich mich an der Aktion beteilige. Im Laufe der Zeit habe ich aber gemerkt, dass ich mich nicht nur einfach an den Aktionen der anderen beteiligen möchte. Auch während des Schreibens im Aspies e. V. Selbsthilfe-Forum stellte ich fest, dass ich über viele Dinge doch sehr anders denke als die meisten anderen. So eine wie mich gibt es unter den bloggenden Autisten noch nicht. Daher …

Warum empfinde ich mich unter Autisten als außergewöhnlich?

Zum einen ist mir aufgefallen, dass es nur sehr wenige Autisten gibt, die auch religiös sind. Der einzige religiöse Autist, den ich kenne ist Aspergiller. Nun komme ich aber nicht aus der katholischen, sondern eher aus der evangelischen Richtung. Zumindest färbt mein Evangelisch-sein sehr mein Denken und Handeln. Manchmal denke ich, dass ich keine Aspine (Wortschöpfung von mir als weibliches Gegenstück zu Aspie) sein kann, weil es im Moment ziemlich gut läuft. Doch beim längeren Nachdenken relativiert sich das ganz schnell. Als exotisch empfinde ich bisweilen meinen Musikgeschmack. Der ist nämlich dominiert von Kirchenmusik aller Jahrhunderte und Couleur. Weltliche Musik hält sich dagegen sehr in Grenzen.

Was werden wohl meine Themen sein?

Durch eine Maßnahme vom Arbeitsamt (o Wunder!) kam ich mit dem Thema „Behindertenrechte“ in Kontakt. Seitdem interessiere ich mich sehr für Behindertenrechte. In diese Phase fällt auch meine Auseinandersetzung mit der Diagnose. Davor war sie nicht mehr als ein Stück Papier, auf dem „Asperger Syndrom“ stand. Durch besagte Auseinandersetzung habe ich den Autismus allmählich in meine Identität integriert. Es hört sich nicht mehr komisch an. Die Scheu verschwindet, über das Thema „Autismus“ zu sprechen. Daher wird sich sehr vieles wohl um die beiden Punkte „Behindertenrechte“ und „Autismus“ drehen.

Zum anderen werde ich auch viel Alltägliches erzählen. Von Vorstellungsgesprächen, Veranstaltungen, Konzerten, von Anekdoten, von zwischenmenschlichen Pannen, Gesprächen, Nachdenklichem, Nachrichten … kurzum alles, was der ganz normale Alltags-Wahnsinn so an Geschichten liefert. Autismus kann man da zwar eher selten komplett ausklammern, da er ja einfach da ist und ziemlich vieles beeinflusst. Aber es sind Dinge, wo der Autismus und meine Identität als Autistin nicht im Vordergrund steht.

Die letzte Woche lieferte schon ein Thema, über das ich demnächst etwas schreiben möchte: „Was ist zu Hause? Was ist Heimat?“ Gute Frage. Das werde ich mal ausführlich für mich persönlich erörtern.

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