Angst … und Fragen

Angesichts der letzten Tage und Wochen mache ich mir schon so meine Gedanken. Erst das in Orlando, dann in Nizza, dann eine unangenehme Angelegenheit mit meinem Vater, dann Würzburg, jetzt München. Mir ist sehr unheimlich zumute. Plötzlich bete ich öfter als sonst. Es ist auch eine Art Selbsttherapie, ein Weg, damit umzugehen. Was, wenn ich selber in so eine Situation gerate? Was mache ich dann? Ich trauere mit allen Freunden und Angehörigen der Toten. …. (Schweigen
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Was ist in diese Leute gefahren? Was bringt Menschen dazu, andere umzubringen? Ich bitte Gott, er möge solche Leute schleunigst zur Vernunft bringen. … (Schweigen
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Dazu die angespannte Lage in der Türkei, Gewalt und Anschläge gefühlt an allen Ecken und Enden der arabischen Welt. Die Zahl der Flüchtlinge ist zwar merklich zurückgegangen. Aber wirklich aufgehört hat die Fluchtbewegung nicht. Noch immer kommen Tausende jeden Monat an. Die Türkei und Russland würde ich mittlerweile als Schein-Demokratien einstufen. Etliche Länder werden von Autokraten regiert.

Armut, Hunger, Klimakatastrophe … AIDS. Es wird viel gestritten. Auf nationaler wie auf Internationale Ebene Masterplan: Fehlanzeige. Lösungen nicht in Sicht. Dazu Parteien, die behaupten Volkes Stimme zu sein. Abgasskandale, Brexit, schrumpfende Wirtschaft, Niedrigzinsen, notleidende Milchbauern. Die Geschichte mit der Ministererlaubnis von Sigmar Gabriel.

Wo führt das alles noch mal hin? Warum häuft es sich gerade in letzter Zeit so?

Man könnte annehmen, dass wir am Ende der Zeiten leben. Doch da ist die Hoffnung: Wenn alles vorüber sein wird, „dann wird Gott die Tränen trocknen … kein Geschrei, kein Leiden und der Tod wird nicht mehr sein.“ (aus der Offenbarung, Kapitel 21) Immerhin. Ohne diese Hoffnung auf ein gutes Ende wäre all das nicht zu ertragen. Dieses gute Ende kann nur Gott schaffen. Darauf vertraue ich. Und wenn es das einzige ist, worauf man seine Hoffnung noch setzen kann – in einer Welt, die aus den Fugen geraten scheint …. (nachdenkliches Schweigen
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Was geht und was nicht

Aus einem für mich eher unangenehmen Anlass frage ich mich doch schon: Was kann ich und was nicht? Wer bestimmt das? Jedenfalls lagen bei dem Konflikt meine Einschätzung und die der anderen Partei gefühlt meilenweit auseinander.

Ich meine, dass ich nicht zu jenen Autisten gehöre, die sich am liebsten in ihrer Wohnung verbarrikadieren würden. Im Gegenteil. Ich bin sogar relativ viel außerhalb der Wohnung. In der Kirchgemeinde gehöre ich schon zu den Aktiven. Es wird auch anerkannt, dass ich viel weiß und auch viel mache. Gern würde ich auch noch mehr übernehmen. Aber: Bin ich wirklich so unflexibel? Würde mich Kinderlärm so sehr ablenken? Bekommt man wirklich nicht im Laufe der Zeit zumindest die häufigsten Unwägbarkeiten mit? Gibt es denn keine Lösungen?

Sicher gibt es Bereiche, wo mir manches schwerer fällt als in anderen. Doch Kirche ist für meine Begriffe ein Kapitel für sich. In diesem Umfeld kann ich meine Grenzen weiter ausdehnen als anderswo. Das gilt für so ziemlich alle Bereiche.

Ich könnte mal einen Kindergottesdienst leiten, Aufgaben bei der Kinderbibelwoche übernehmen. Aber für beides hauptverantwortlich sein würde mich überfordern. Für einen Gemeindeabend würde ich wesentlich mehr Vorbereitungszeit aufwenden als für die Vorbereitung einer Andacht oder eines Gottesdienstes – die letzten beiden Dinge folgen im Normalfall einem immer gleichen Grundaufbau. Ein Gemeindeabend muss je nach Thema anders gestaltet werden. Na gut, beim Gottesdienst müsste ich eine Predigt ausarbeiten. Und trotzdem wäre es „nur“ ein Vortrag, der nicht unbedingt Begleitmaterial braucht.

Ob ich ein Trauergespräch führen könnte – oder (eher positiv) ein Gespräch für eine Taufe oder eine Hochzeit? Dazu das organisatorische Drumherum. Sicher habe ich mittlerweile ein gewisses Reportoire an Verhaltensweisen. Und ich komme damit auch ziemlich weit. Vieles kann ich noch lernen. Doch ob es dasselbe ist wie bei jemandem, dem das einfach so zufliegt? Wie käme ich mit einer Horde Jugendlicher zurecht? Schließlich sind sie nicht immer lieb und brav.

Sicher sind viele Tätigkeiten in der Verwaltung machbar. Zahlungen verbuchen, Anträge stellen, Anträge prüfen, Briefe schreiben, Abrechnungen erstellen, Dinge planen und organisieren, in begrenztem Umfang Kontakt zu Kollegen und Kunden bzw. Klienten. Auf die Dauer würde all das mich aber nicht wirklich fordern, eher langweilen, aber auch Kräfte beanspruchen, die ich gern für Erfüllenderes nutzen würde.

Ein Computerfreak bin ich nicht, auch wenn ich andren gern bei derlei Problemen helfe. Andernfalls wäre ich wohl schon über die Stufe „versierter Anwender“ hinaus. Ich singe in unsrem Kirchenchor. Allerdings schätze ich mich nicht als so musikalisch ein, dass ich davon leben könnte. Nichtsdestotrotz wäre es schön, hin und wieder mal eine Solorolle zu übernehmen. Oder ich lerne noch ein Instrument. Einfach aus Freude an der Musik.

Dann wären noch Dinge, die ich nicht sonderlich gut kann, aber gemacht werden müssen. Bei mir wird es, wenn, dann nur ausnahmsweise wie im Kronensaal glänzen. Bügeln tue ich nur das Nötigste, in erster Linie Blusen (und auch nur dann, wenn es ein feierlicher Anlass ist). Die Anzahl Gerichte, die ich kochen kann ist auch recht überschaubar. Mal abgesehen davon, dass in der Küche kaum Platz zum Kochen ist. Gewisse Behörden könnten ihre Formulare gern behalten. Den Gefallen tun sie mir aber nicht. Mich dann melden, wenn sie mal was bestimmtes angeblich nicht haben.

In puncto Vorstellungsgesprächen hätte ich einen Wunsch: Warum können selbige nicht einfach auf einem Gemeindefest stattfinden? Stattdessen sind sie entweder in einem Büro oder in einem Konferenzraum. Mich da gut zu verkaufen fällt schwer. Da bin ich mehr oder weniger angespannt. Ich rassel mehr oder weniger monoton meinen Lebenslauf runter. Ansonsten haben sie sich nicht wirklich als planbar erwiesen. Sie bestehen aus Einleitung (im Wesentlichen „Hallo“ und „Wie war die Reise?“), Hauptteil und Schluss („Haben Sie noch Fragen?“, wann ich mit einer Rückmeldung rechnen kann, Verabschiedung). Der Hauptteil ist eine einzige Wundertüte. Da kamen „Stellen Sie sich mal vor“, Fragen nach Stärken, Schwächen, wegen eines unbekannten Begriffs, zum Arbeitsgebiet, zum Arbeitgeber, zur Behinderung, wie ich mir einen typischen Arbeitstag vorstelle. Einmal war ein kleiner Test dabei. Was noch weiß ich jetzt nicht. Jedenfalls war jedes Gespräch da anders. Am liebsten wäre mir ein Vorstellungsgespräch aus dem Lehrbuch. Gibt es aber anscheinend nicht Etwas, das bei allen Gesprächen gleich war: Überall saß mindestens jemand von der Mitarbeitervertretung (vulgo „Betriebsrat“) mit im Gespräch. Dazu je nach Größe der Fachvorgesetzte, jemand von der Schwerbehindertenvertretung und/oder eine Gleichstellungsbeauftragte. Bis auf einmal waren es immer drei Personen. Wenigstens etwas, worauf ich mich einstellen kann. Genauso habe ich mittlerweile Übung im quer durch Deutschland Zug fahren. Es gab bislang nur eins, wo ich nicht mit dem Zug gefahren bin. Da aber hatte ich einen Bekannten gebeten mich mit dem Auto zu fahren, weil es hieß, die Lokführer streiken. Was ich nicht mag, aber die Arbeitgeber vermutlich gern machen: Anrufen! Und dann einen Termin für das Vorstellungsgespräch am liebsten gleich übermorgen nennen. Rausgekommen ist bei Vorstellungsgesprächen bis jetzt noch nichts außer Absagen.

Was habt ihr so für Dinge,

  • die ihr gerne macht
  • die euch leicht fallen
  • die euch schwerfallen
  • was ihr überhaupt nicht leiden mögt
  • was ihr nicht hinbekommt, aber irgendwie hinbekommen müsst?

Ich freue mich auf eure Rückmeldung.


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Eine etwas andere Wahrnehmung

Angeregt durch Blogbeiträge auf sinnesstille und autistenbloggen habe ich mal darüber nachgedacht, was ich so an „unüblicher“ Wahrnehmung habe. Da lässt sich einiges aufzählen:

Manche Zahlen sind mit einer Bedeutung aufgeladen. Zu Farben gehören bestimmte Bilder. Genauso bin ich ein Freund von Symbolen: Das Kreuz, der Fisch, das Lamm, Brot und Wein, der Keimling aus dem Baumstumpf, Licht, Feuer … Dahinter wie auch hinter bestimmten Zahlen und Farben verbergen sich für mich ganze Welten. Sie entstehen, wenn ich die Zahl, die Farbe, das Symbol sehe, höre oder lese. Sicher ist einiges davon kulturell beeinflusst. Aber diese einmal entstandenen Verknüpfungen lassen sich nicht mehr auflösen.

Wenn ich etwas als falsch empfinde, spüre ich das körperlich. Bei einer besonders starken Abneigung spüre ich regelrecht einen Stich im Herzen. Genauso kann ich mich am Glück der anderen freuen, dabei fast ekstatisch werden.

Musik kann nicht nur meine Stimmung komplett umkrempeln. Wenn ich mit anderen zusammen singe, fühle ich mich wie aufgelöst (erst letzten Samstag so gewesen beim „Zusammensetzen“ eines getrennt geprobten größeren Chorstückes). Dann macht es mir gar nichts aus, mit anderen dicht an dicht zu stehen (Wohl dasselbe Phänomen: Als die halbe U-Bahn sang, war die „rollende Sardinendose“ gar nicht mehr so schlimm. Im Gegenteil sogar besonders toll.). Bei Konzerten nehme ich regelrecht jeden Ton auf. Es kann passieren, dass mich der Rhythmus ganz durchfährt. Dann muss ich ihm nachgeben und mich entsprechend bewegen (Praktisch, wenn in einem Chorstück viele lange Töne vorkommen. Es erleichtert das Zählen.).

Kirchen haben etwas heiliges an sich. Ich bin dann immer von Ehrfurcht ergriffen. Irgendwie spüre ich dort die Nähe Gottes ganz besonders. Der Raum ist wie erfüllt vom Heiligen Geist. Auch atmet er den Glauben vorangegangener Generationen. Gleichzeitig ist dieses Gefühl der Nähe Gottes nie ganz weg. Es ist so etwas wie eine Grundmelodie meines Lebens. Es versetzt die Grenze des Aushaltbaren, des Leistbaren deutlich herauf, wie ich bei Veranstaltungen der Kirchgemeinde immer wieder feststelle. Beim Abendmahl spüre ich eine fast mystische Verbindung nicht nur zwischen den Anwesenden und mir, sondern auch zwischen diesem Ort und parallelen Abendmahlsfeiern überall. Es durchfährt meinen ganzen Körper.

Und ich liebe bilderreiche Sprache. Da entsteht im Kopf ein Film. Dieser Film im Kopf entsteht aber auch bei Geschichten, Gebeten, Berichten – so ziemlich fast allem, was ich lese oder mir jemand erzählt. Zu den Bildern wiederum regen sich in mir entsprechende Gefühle. Es reicht, dass mir jemand erzählt, wie er von der roten Armee vertrieben wurde, um die Angst der Vertriebenen zu spüren. Es reicht, wenn mir jemand von einem Unfall nur erzählt, um mir den Schmerz vorstellen zu können. Das sind Momente, wo ich um einen Themawechsel bitte, weil ich es nicht mehr aushalte. Andere Zuhörer können die Fortsetzung aber noch ertragen.

In Gedanken fahre ich Muster nach, die mir auffallen. In unsrer Schlosskirche gibt es so viele Muster ineinander. Alles ist symmetrisch und doch wieder nicht ganz genau symmetrisch. Der Stuck, die Malereien atmen die viele Handarbeit, die in ihnen steckt.

Genauso können mich viele Menschen um mich herum erledigen, besonders, wenn sie sich über dies unterhalten. Der Verkehr ist nicht nur laut, sondern auch disharmonisch. Bei einem Stück hatte ich mal gedroht, da nicht mitzumachen, einfach weil die Dissonanzen grauenhaft waren. Aber es gab auch die Fraktion im Chor, die dieses Stück ganz toll fand. Diese Aufführung war zum Glück eine Ausnahme.

Es ist eine ganze Menge, was ich zumindest intensiver wahrnehme – oder anders wahrnehme – oder überhaupt bewusst wahrnehme. Manches zehrt an meinen Kräften, anderes ist eine besondere Kraftquelle. Manchmal komme ich mir vor wie in einer anderen Welt, die sich wie eine Insel im großen Ozean der gesellschaftlichen der Normalität anfühlt. Und doch: Auch wenn es manchmal anstrengend ist, möchte ich all diese Wahrnehmungen um nichts in der Welt missen. Sie prägen mein Denken, Fühlen und Handeln sehr stark. Ohne sie wäre ich wohl nicht dieselbe.

Habt auch ihr besondere Wahrnehmungen? Wie sehr beeinflussen sie euer Leben, Denken, Fühlen und Handeln?


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Was ich habe …

Ich lese ja auch von andren Autisten. Und da denke ich mir oft: Bist du dagegen aber reich! Ja, in gewisser Weise bin ich reich. Allerdings nicht an Geld, sondern an ganz andren Dingen.Dass ich bis zur Handlungsunfähigkeit reizüberflutet bin, ist die Ausnahme. Ich bin von lieben Menschen umgeben, die mich so annehmen wie ich bin. Eine eigne Wohnung hab ich auch, und alles nötige in der Stadt.

Was ich alles an Gruppen,  Kreisen und Ehrenämtern unterbekomme: Chor, 2 Bibelkreise, 1 Frauenkreis, Blättchenausträger, Kinderbibelwoche, Küsterdienste, Kindergottesdienst, wenn was aufzubauen ist… Jetzt nehme ich das Projekt „Lektorenausbildung“ in Angriff, freilich mit dem Ziel, auf den Dörfern Gottesdienste zu halten. Wo das nochmal hinführt? Da bin ich gespannt.

Einen Job hab ich zwar keinen. Aber das stört mich nicht so sehr. Mit Hartz IV komme ich weitgehend aus. Und beschäftigungslos bin ich ebenfalls nicht – siehe oben. Ich unterhalte eine (Fern-)Beziehung. Hier fehlt nur noch, dass wir zusammenziehen können. Wird auch noch irgendwann.

Wenn ich mal alles durchgehe, habe ich viel mehr als so mancher Autist, von dem ich lese. So viele Dinge sind nicjt einfach da. Das gilt sogar für Sozialleistungen. Und trotzdem fühle ich mich versorgt, kann ich mit dem Psalmbeter sprechen:

Der Herr ist mein Hirte.
Mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue
und führet mich zu frischem Wasser.
Er erquicket meine Seele
und führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal,
fürchte ich kein Unglück,
denn dein Stecken und Stab trösten mich.
Du deckest mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl
und schenkst mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Psalm 23

Selbstverständlichkeiten?!

Was ist selbstverständlich? Für viele offenbar, dass gewisse soziale Konventionen eingehalten werden. Für manche, dass alles reibungslos läuft. Nun ja, gerade das ist gerade nicht selbstverständlich. Dass mal jemand was vergisst, passiert schließlich hin und wieder mal. Ich empfinde es auch als selbstverständlich (zumindest als „So sollte es sein“), dass ich in der Kirchgemeinde integriert bin. Dabei weiß ich, dass es das leider manchmal nicht ist. Bin ich froh, eben dieses nur aus Erzählung zu kennen. Mein Engagement ist nicht selbstverständlich. Dafür muss ich Kraft übrig haben. Die kann mir aber auch entschwinden. Eine für mich passende Arbeitsstelle gleicht auch dem Sechser im Lotto. Es ist überhaupt nicht selbstverständlich, sich zu Jesus Christus, der gestorben und auferstanden ist zur Erlösung von den Sünden, zu bekennen und ihm im tiefsten Herzen zu vertrauen. Menschen ahnen nicht, was ihnen da entgeht. Dieser Glaube ist eine Kraftquelle sondergleichen. Das gilt auf jeden Fall für mich. Wohl auch noch für andere. Doch diese werden weniger. Schade. Auch Glück, Zufriedenheit, Anerkennung, Status, gesellschaftlich idealer Lebenslauf sind alles außer selbstverständlich.

Nach all dieser (nicht abschließenden) Aufzählung fällt mir auf, wie vieles als der Normalfall, als Selbstverständlichkeit erwartet oder vorausgesetzt wird. Andrerseits ist gar nichts selbstverständlich außer dem Tod. Ob der Tod allerdings ein absoluter Schlusspunkt ist oder das Tor zu einem neuen Leben ist, wie diese Antwort aussieht, da gibt es keine selbstverständliche Antwort. Die muss jeder für sich selber finden. Meine persönliche lautet: „Der Tod ist durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi das Tor zu einem neuen Leben.“

Was ist gewiss? Was nicht? Ich habe die meinen Antworten ihr die euren. Vielleicht kommen wir ins Gespräch.

Chaotisch!

Das nenne ich Pleiten-Pech-und-Pannen-Ostern. Erst fehlen Tücher, dann die Antipendien, dann Taufutensilien, dann das Abendmahlszeug. Dann verseng ich mir noch die Haare. Am Karsamstag hab ich vergessen die Kirche aufzuschließen. Eine halbe Stunde vor der Osternacht treffen hat nicht gereicht. Die Nacht fällt extra kurz aus. Bin ich müde. Dann kommen weniger und größere Kinder als erwartet. Zu guter letzt überrascht mich, dass nach dem Gottesdienst mehr Lampen an lassen wollen. Hoffentlich klappt Ostermontag alles. Sonst bin ich nach Ostern so fix und fertig wie nach dem Kirchentag im letzten Jahr. So eine Pannenserie wiederholt sich nicht so schnell. Hoffe ich.

Ostern

Ostern war schon immer für mich ein Fixpunkt im Jahr. Das Verhältnis dazu hat sich allerdings stark gewandelt.

Als Kind verband ich damit Eier bemalen, Ostereiersuche, Geschenke und (als ich zur Schule ging) Ferien. Seit der Grundschulzeit weiß ich, das Ostern ein hoher christlicher Feiertag ist. Heute sage ich, dass Ostern der höchste christliche Feiertag ist, noch vor Weihnachten. Schließlich wird der Kern des christlichen Glaubens gefeiert: Jesus Christus ist gestorben und wieder auferstanden. Und das sage ich jetzt so aus Überzeugung.

Ostern ohne Gottesdienst zu Karfreitag und mindestens ein Ostergottesdienst kann ich mir mittlerweile nicht mehr vorstellen. Karfreitag ist buchstäblich ein trauriger Feiertag. Ich lasse mich in diese (Grabes-)Stimmung hineinnehmen. Es ist der Gedenktag der Kreuzigung. Die stelle ich mir nicht gern bildlich vor – einfach nur grausam. Ein Lied passt gut dazu – und nur dorthin: „Oh, Haupt voll Blut und Wunden“. Das hat das Potential mich übelst runterzuziehen.

Dagegen ist die Osternacht ein wohltuender Kontrast. Sie beginnt noch still und andächtig. Das einzige Licht ist die Leseleuchte am Pult. Doch dann ist das Evangelium dran. Kerzen werden entzündet. Es ist gleich viel heller. Das erste Halleluja seit Aschermittwoch erklingt. Für dieses Erlebnis bleib ich freiwillig länger auf. Dann am Ostermorgen ist nochmal Gottesdienst.

Dieses Jahr werde ich mich am Kindergottesdienst beteiligen. Mal sehen wie das wird. Nur eins steht schon fest: Es werden definitiv wesentlich mehr als fünf Kinder sein. So viele sind es nämlich sonst im Kindergottesdienst: 3 bis 5.

Auch der Gründonnerstag wird etwas besonders. Wir brauchen keine Gesangbücher. Dafür gibt es Zettel. Und es gibt keine Predigt. Stattdessen soll die Gemeinde mitdenken. Da ich Küsterdienst habe, hab ich dafür noch bisschen was vorzubereiten (Bücher hinräumen, Abendmahl, Lieder, Kerzen und so weiter). Und dieses Jahr singt nicht die Kantorei, sondern der Gospelchor. Mal was andres – auch vom Stil her (Gospel eben). Und ich sehe mal die Godpelleute. Passiert ja nicht sooo oft. Allerdings ist das, was mir heute bespnders erscheint, spätestens im übernächsten Jahr gar nicht mehr ungewöhnlich.

Eine Tatsache hasse ich in diesem Jahr: Die Zeitumstellung ist ausgerechnet Ostern. Aus der eh schon kurzen Nacht wird eine noch kürzere. Von mir aus könnte die Uhr einfach auf Zonenzeit stehen bleiben.

Ansonsten Frohe Ostern euch schon mal.